Google-Bewertungen gewinnen: Leitfaden für Kanzleien
Bevor ein Mandant eine Kanzlei anruft, schaut er sich fast immer erst das Google-Profil an. Die Anzahl und der Ton der Bewertungen entscheiden oft, ob es überhaupt zu diesem Anruf kommt.
Warum Bewertungen bei Kanzleien besonders schwer wiegen
Rechtsberatung ist eine Vertrauensentscheidung. Anders als bei einem Restaurant oder einem Handwerksbetrieb kann ein Mandant die Qualität der Beratung vorher kaum einschätzen. Bewertungen anderer Mandanten sind deshalb eines der wenigen greifbaren Signale, an denen sich jemand vor dem ersten Kontakt orientieren kann. Ein Google Business Profil mit wenigen oder alten Bewertungen wirkt schnell weniger vertrauenswürdig als eines mit einer aktuellen, ehrlichen Bewertungshistorie.
Der richtige Zeitpunkt, um zu fragen
Der beste Moment für die Bitte um eine Bewertung ist unmittelbar nach einem für den Mandanten positiv abgeschlossenen Vorgang, etwa nach einem gewonnenen Verfahren, einer erfolgreichen Einigung oder einer abgeschlossenen Beratung, mit der der Mandant sichtbar zufrieden war. Zu diesem Zeitpunkt ist die positive Erfahrung noch frisch. Ein kurzer, freundlicher Hinweis mit einem direkten Link zur Bewertungsseite reicht meist aus. Wichtig ist, dass die Bitte generisch bleibt und den Mandanten nicht zu einer bestimmten Bewertung drängt, siehe dazu auch die Richtlinien in der Google Business Profil Hilfe zu Rezensionsrichtlinien.
Der QR-Code-Trick
Ein QR-Code, der direkt auf die Google-Bewertungsseite der Kanzlei führt, lässt sich unaufdringlich auf der Empfangstheke, in der Wartezone oder auf einer Visitenkarte platzieren. Der Weg von der Zufriedenheit zur tatsächlichen Bewertung wird dadurch so kurz wie möglich, ohne dass jemand aktiv nach der Praxis-URL suchen muss.
Professionell auf Bewertungen antworten
Jede Bewertung verdient eine Antwort, positiv wie negativ. Bei positiven Bewertungen reicht ein kurzer, persönlicher Dank, ohne Details zum Mandat zu nennen. Bei negativen Bewertungen ist Zurückhaltung entscheidend. Aus anwaltlicher Verschwiegenheitspflicht dürfen keine Fallinhalte öffentlich kommentiert werden, selbst wenn die Bewertung unfair erscheint. Eine sachliche, ruhige Antwort, die zum direkten Gespräch einlädt, wirkt für alle mitlesenden potenziellen Mandanten glaubwürdiger als eine Verteidigungsrede in den Kommentaren.
Warum gekaufte Bewertungen ein Risiko sind
Gefälschte oder gekaufte Bewertungen verstoßen gegen die Nutzungsrichtlinien von Google und können nicht nur zur Löschung, sondern auch zur Sperrung des gesamten Unternehmensprofils führen. Für eine Kanzlei kommt hinzu, dass ein solcher Verstoß öffentlich bekannt werden und dem Vertrauensverhältnis erheblich schaden kann. Der nachhaltigere Weg ist immer, echte Mandanten aktiv, aber ohne Druck, um eine ehrliche Rückmeldung zu bitten.
Häufige Fragen
Dürfen Kanzleien aktiv um Bewertungen bitten?
Ja, solange die Bitte allgemein formuliert ist und niemand zu einer bestimmten Bewertung angehalten wird. Eine neutrale Einladung, die eigene Erfahrung zu teilen, ist üblich und zulässig.
Wie geht man mit einer unfairen negativen Bewertung um?
Sachlich und ohne Fallinhalte zu nennen. Ein Angebot zum persönlichen Gespräch wirkt professioneller als eine öffentliche Diskussion und schützt gleichzeitig die Verschwiegenheitspflicht.
Wie viele Bewertungen sind realistisch nötig?
Eine feste Zahl gibt es nicht. Entscheidend ist eine kontinuierlich wachsende, aktuelle Bewertungshistorie statt weniger, alter Einträge.
Fazit
Bewertungen sind für Kanzleien kein Nebenschauplatz, sondern oft der erste echte Eindruck, den ein potenzieller Mandant bekommt. Wer zum richtigen Zeitpunkt fragt und jede Bewertung professionell beantwortet, baut über Zeit ein Profil auf, das für sich selbst spricht.
Quellen
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