KI-Suche verändert das Nutzerverhalten: Zahlen und Fakten
Suchanfragen werden zu Gesprächen, Ergebnislisten zu fertigen Antworten. Wer als Makler weiß, wie sich das Verhalten verschiebt, kann seine Sichtbarkeit gezielt sichern.
Vom Stichwort zur ganzen Frage
Jahrelang tippten Menschen Stichworte in eine Suchmaschine: "Makler Solingen". Heute formulieren viele ihre Anliegen als vollständige Frage gegenüber einer KI: "Welcher Makler in Solingen ist auf den Verkauf von Reihenhäusern spezialisiert und hat gute Bewertungen?" Diese Verschiebung verändert, welche Inhalte überhaupt gefunden werden.
Der Grund ist die rasante Verbreitung KI-gestützter Werkzeuge. ChatGPT zählt laut Statista mittlerweile mehrere hundert Millionen aktive Nutzer pro Monat. Ein erheblicher Teil davon nutzt solche Systeme nicht nur zum Schreiben, sondern auch zum Recherchieren von Dienstleistern, Preisen und Abläufen.
Was sich konkret ändert
Die wichtigste Veränderung: Die KI liefert eine zusammengefasste Antwort statt einer Liste mit zehn blauen Links. Der Nutzer klickt oft nur noch auf die ein oder zwei Quellen, die in der Antwort genannt werden. Wer nicht zitiert wird, ist faktisch unsichtbar, selbst wenn die eigene Seite technisch gut rankt.
- Weniger Klicks, gezieltere Klicks: Nutzer kommen vorinformiert, weil die KI Grundfragen bereits beantwortet hat.
- Längere Anfragen: Statt zwei Wörtern formulieren Nutzer ganze Sätze mit Kontext, Ort und Bedingung.
- Höhere Erwartung: Wer über eine KI-Empfehlung kommt, erwartet, dass die Website hält, was die Zusammenfassung versprochen hat.
- Vertrauen durch Nennung: Als Quelle in einer KI-Antwort zu erscheinen, wirkt wie eine Empfehlung von neutraler Seite.
Google bleibt wichtig, aber anders
Die klassische Suche verschwindet nicht. Laut StatCounter hält Google weiterhin den mit Abstand größten Anteil am Suchmarkt. Verändert hat sich, wie Google selbst Ergebnisse präsentiert: Über den klassischen Treffern erscheinen zunehmend KI-Zusammenfassungen, die sogenannten AI Overviews. Auch hier gilt, dass nur ausgewählte Quellen sichtbar werden.
Google bestätigt in seinem Blogbeitrag zum Erfolg in der KI-Suche, dass dieselben Grundprinzipien gelten wie bisher: hilfreiche, verlässliche, von Menschen für Menschen geschriebene Inhalte. Wer diese Basis hat, ist sowohl in der klassischen als auch in der KI-gestützten Suche gut aufgestellt.
Was das für Immobilienmakler bedeutet
Für Makler ist die Lage zweischneidig. Einerseits sinkt die Bedeutung reiner Keyword-Tricks. Andererseits steigt der Wert von echtem, lokalem Fachwissen. Eine KI, die nach einem Makler in einer bestimmten Stadt gefragt wird, bevorzugt Quellen, die genau zu dieser Stadt belastbare Informationen liefern.
Praktisches Beispiel
Ein Verkäufer fragt eine KI: "Wie hoch ist die Maklerprovision beim Hausverkauf in Nordrhein-Westfalen und wer trägt sie?" Eine Maklerseite, die diese Frage mit einem klaren Satz und der aktuellen gesetzlichen Regelung beantwortet, kann als Quelle erscheinen. Eine Seite, die nur "Faire Konditionen" verspricht, nicht. Der entscheidende Unterschied ist nicht das Budget, sondern die Präzision: Wer eine Frage vollständig und überprüfbar beantwortet, wird der vagen Konkurrenz vorgezogen, unabhängig von der Unternehmensgröße.
Genau hier liegt eine Chance für kleinere Makler. Große Plattformen liefern oft allgemeine, überregionale Antworten. Ein lokaler Makler, der den Markt eines einzelnen Stadtteils kennt und konkrete Zahlen nennen kann, ist für ortsbezogene Fragen häufig die bessere Quelle. KI-Systeme bevorzugen für lokale Anliegen genau diese spezifische, belastbare Auskunft.
Die richtigen Konsequenzen ziehen
Statt auf jeden Trend aufzuspringen, sollten Makler drei Dinge sichern: ein vollständiges, gepflegtes lokales Profil, Inhalte, die echte Fragen beantworten, und überprüfbare Fakten zu ihrem Markt. Diese Grundlagen wirken in jedem Kanal, unabhängig davon, welches KI-System sich durchsetzt.
Der typische Weg eines Verkäufers heute
Ein Hauseigentümer, der über einen Verkauf nachdenkt, durchläuft inzwischen oft mehrere Stationen, bevor er Kontakt aufnimmt. Zuerst fragt er eine KI nach Ablauf, Kosten und nötigen Unterlagen. Dann lässt er sich Makler in seiner Stadt vorschlagen oder prüft eine Empfehlung gegen. Erst danach besucht er gezielt ein oder zwei Websites und ruft an. Wer auf den ersten beiden Stationen nicht auftaucht, kommt für den entscheidenden dritten Schritt häufig gar nicht mehr in Frage. Das verschiebt den Wettbewerb nach vorne, in die Recherchephase.
Was Sie messen können, ohne teure Werkzeuge
Sie müssen Ihre KI-Sichtbarkeit nicht raten. Stellen Sie selbst regelmäßig die typischen Fragen Ihrer Zielgruppe in mehrere KI-Systeme und notieren Sie, ob und welche Quellen genannt werden. Ergänzend zeigt Ihnen Ihr Anfrageeingang, ob Interessenten besser vorbereitet sind als früher. Beide Beobachtungen zusammen geben ein realistisches Bild, ohne dass Sie in zusätzliche Software investieren müssen.
Häufige Fragen
Verlieren Makler durch KI-Suche Website-Besucher?
Tendenziell sinkt die reine Zahl der Klicks, weil die KI Grundfragen bereits beantwortet. Die verbleibenden Besucher sind jedoch besser informiert und damit oft näher an einer konkreten Beauftragung.
Sollte ich mein Marketing komplett auf KI ausrichten?
Nein. KI-Suche und klassische Suche bauen auf derselben Basis auf. Wer gute, faktenbasierte und lokale Inhalte hat, ist in beiden Welten sichtbar. Ein kompletter Umbau ist nicht nötig, eine Schärfung der Inhalte schon.
Welche Zahl sollte ich im Blick behalten?
Achten Sie weniger auf die reine Besucherzahl und mehr darauf, ob Anfragen qualifizierter werden. Wenn Interessenten mit konkreten Fragen und realistischen Erwartungen kommen, wirkt Ihre KI-Sichtbarkeit bereits.
Quellen
Sichtbar werden, ohne selbst zu optimieren
Häuserhelden Studios übernimmt SEO, GEO, KI-Sichtbarkeit und Content für Makler. Als Monats-Abo.
Pakete ansehen → Erstgespräch buchen